iart Pressemitteilung zum Stücki Einkaufszentrum vom 16.2.10
Licht und Medien mit Signalwirkung – zu Wohlempfinden und Orientierung im Stücki Einkaufszentrum
Die bisher grösste LED-Deckenbeleuchtung einer Shopping Mall und die 15 Meter hohen, wie Strichcodes gestalteten LED-Displays der Stücki-Türme werden in keinem Laden zum Kauf angeboten. Ebenso wenig die digitalen Medienstehlen und die statische Signaletik der Mall. Sie sind Neuentwicklungen, die eigens für die neue Architektur und deren Raumgestaltung von iart interactive geschaffen wurden. Und zwar nicht nur, um ihre zweckmässige Funktion zu erfüllen, sondern auch, um das Einkaufen zum wohltuenden Erlebnis zu avancieren.
Denn die Kunden erwarten von ihrem Einkaufsort heute mehr als die reine Erledigung ihrer Einkäufe: Sie möchten sich wohl fühlen, etwas erleben und dabei geleitet werden. Im Stücki Einkaufszentrum trug die Basler Firma iart interactive mit ihrem raumbezogenen Licht- und Medienkonzept wesentlich zu diesem Teil bei. In kreativer Zusammenarbeit mit Diener & Diener Architekten hat die Medienfirma eine multimediale Gesamtbespielung entwickelt, die das architektonische und kommunikative Konzept inszenatorisch und narrativ vervollständigt.
15 Meter hohe LED-Felder an den Fassaden:
Das Einkaufserlebnis beginnt schon bei der Annäherung an die vier Stücki-Türme. Im oberen Bereich sind sie mit 15 Meter hohen, dem Bau angepassten LED-Feldern ausgestattet, die bewegte Leuchtbotschaften über zwei Seiten der Fassade anzeigen. Je nach Bedürfnissen der Mall und deren Geschäfte ändert sich ihr Inhalt. Sie können Markennamen und Produkte anzeigen, dienen jedoch nicht vornehmlich als Werbeträger: Die bewegten Muster, Laufschriften oder Bilder beziehen sich meist auf allgemeinere Gegebenheiten – wie Feiertage oder Jahreszeiten – und geben dem Bau eine anziehende Lebendigkeit, die weit über das Stücki-Areal hinausstrahlt, in weissem oder farbigem Licht. Eine von iart interactive entwickelte Software sorgt dafür, dass die eingegebenen Inhalte abstrahiert und auf das LED-Raster abgestimmt übertragen werden.
Jeder Turm ist mit rund 13 000 vertikal eingelassenen Lichtpunkten à fünf LEDs bestückt, die sich in einer Rasterung von 17 x 17 cm über zwei Seiten der Türme ziehen. Formal erinnern die Felder an Strichcodes. Denn sie sind nicht komplett mit LEDs ausgefüllt. Sie enthalten vertikale, unterschiedlich breite Unterbrüche, die wie das Bild verdeckende Streifen wahrgenommen werden: Also sind nur Teile des Bildes sichtbar. Dank der kreativen und ergänzenden Fähigkeit des Gehirns bleibt es dennoch lesbar. Das Gehirn sucht automatisch nach dem kompletten Bild im scheinbar vorhandenen Hintergrund und produziert so genannte Scheinkanten, die das Bild vervollständigen.
Interaktive Werbeflächen:
Hinterleuchtete Werbeflächen im Eingangsbereich machen näher auf die Angebote der Geschäfte aufmerksam und reagieren auf die Bewegungen der Besucher mit wechselnder Leuchtkraft. Die Bewegungen werden mit Kameras aufgenommen und mithilfe einer Software in ein dezentes Lichtspiel übersetzt, das die Wand belebt und so verstärkt die Aufmerksamkeit auf die Werbebotschaften zieht.
Deckenbeleuchtung zur Rhythmisierung und Harmonisierung:
Im Innenraum der Mall sorgt die Deckenbeleuchtung für funktions- und raumbezogene Gliederung und Fokussierung. Die ganze Decke verteilt sich über 10 000 m2. Sie ist mit einer zylinderförmigen Rasterung aus Aluminium versehen. In bestimmten Bereichen sind mehrere Zylinder mit Leuchtmitteln bestückt, sodass sich entweder Ringe oder kreisförmige Felder bilden, die als Leuchtkörper dienen. Die Zylinderinnenseiten sorgen für optimale Reflektion des integrierten Lichts. Insgesamt kamen 757 Downlights und 21 297 LEDs dafür zum Einsatz, die je nach Mischverhältnis eine andere Lichtsituation erzeugen. In den lang gestreckten und stark frequentierten Verbindungspassagen des Shopbereichs strahlt die Decke durch den grösseren Anteil an LEDs eine Tageslichtsituation aus. Durch die Mischung von dem kalten Tageslichtweiss der LEDs und dem wärmeren Neutralweiss der Downlights ergibt sich ausserdem je nach Blickwinkel eine andere Farbtemperatur bzw. Lichtwirkung: Beim Blick nach oben wirken die mit je einer LED bestückten Zylinder-Elemente wie vom Sonnenlicht angestrahlt. Somit korrespondieren die Leuchtfelder nicht nur formal mit den runden Oberlichtern, die an zentralen Punkten Tageslicht in die Mall lassen, sondern auch der Lichtwirkung nach. Davon heben sich die Geschäfte mit ihrem deutlich wärmer gehaltenen Licht ab. Über den Bistrobereichen ist im Unterschied zur Shopzone auch das Deckenlicht wärmer gehalten und lädt somit zum Verweilen ein.
Flexible Signaletik:
In jedem Teil der Mall erhalten die Besucher Orientierungshilfe und Informationen über statische und digitale Signaletik, die zum Teil durch Farbakzente unterstützt werden: in der Tiefgarage, in den Erschliessungsbereichen und entlang der gesamten Wege. Dazu gehören die Wandbeschriftung der Tiefgarage, die über Kopfhöhe angebrachten Ringe mit Piktogrammen und die digitalen Medienstelen zu Informations- und Werbezwecken.
Die Werbestelen sind beidseitig mit übereinander platzierten hochauflösenden 42″ LCD-Bildschirmen bestückt und mit einer angepassten Software ausgestattet, die zusammen eine hohe inhaltliche Flexibilität erlauben. Sie können direkt angesteuert, zentral administriert und in mehreren Ebenen multimedial über beide Bildschirme bespielt werden: wahlweise mit Text, Bild oder Video, die in real time übertragen werden. Bei Bedarf könnten sie auch zur Rhythmisierung des Raums und zu Show-Zwecken genutzt werden, z. B. indem sie eine Farbe annehmen, die sich in Reaktion auf äussere Einflüsse dynamisch verändert.
Die ganze Vielfalt an Anwendungen gibt dem Stücki die Möglichkeit, kurzfristig auf neue Bedürfnisse und Ideen zu reagieren. Das ist Valentin Spiess – Gründer und Geschäftsführer der Firma iart interactive – immer wichtig bei der Entwicklung von Speziallösungen: “Wir schaffen medialen Lösungen für öffentlich zugängliche Räume, die permanent betrieben werden und eine langfristig angelegte gestalterische und technische Qualität fordern. Die technischen Komponenten müssen solide sein und im weiteren Betrieb inhaltliche Anpassungen zulassen. Daher gehen wir im Evaluierungsprozess immer sehr gründlich vor. Entspricht die auf dem Markt erhältliche Soft- oder Hardware noch nicht exakt unseren Ansprüchen, dann passen wir sie so an, dass sie den Nutzern die nötige Flexibilität bieten und die Möglichkeit, immer aktuell zu bleiben.”
Interaktives 3D-Modell:
Die Medienstelen sind so entlang der Besucherpfade platziert, dass den Besuchern immer ein Informationsangebot in Sichtweite zur Verfügung steht. Die optimale räumliche Platzierung wurde in einem von iart interactive angefertigten interaktiven virtuellen 3D-Modell der Mall getestet. Diese Vorgehensweise erwies sich als ideal für den Entwicklungsprozess: Der Raumbezug der Medien konnte berücksichtigt werden, obwohl der Bau noch im Entstehen war. Gestalterische Ideen und Verortungsplanung konnten in der virtuellen Mall geprüft und zielorientiert mit den Auftraggebern und Partnern diskutiert werden.
Partner und ausführende Firmen
Partner bei Konzeption und Design:
Diener & Diener Architekten, Architektur
ZMIK designers GmbH, Produktdesign der Signaletik und Medienstelen
Ausführung (unter Begleitung von iart):
Leurocom: Lieferung und Montage der LEDs der Fassade
Regent Beleuchtungskörper AG: Umsetzung der Deckenbeleuchtung
Westiform AG: Umsetzung der statischen Signaletik, der Aussenbeschriftung bzw. Leuchtschriften, der Medienstelen und interaktiven Leuchtkästen
Für weitere Informationen oder Bilder melden Sie sich bitte bei Anna Pfeiffer



