Interaktive Wolke 2009

Interaktive WolkeDie ‘Interaktive Wolke’ ist ein neues mediales Tool, das einen intuitiven und spielerischen Zugang zu Objekten und deren Kontext ermöglicht. Losgelöst von unmittelbar sichtbarer Technik, kann am Ort des Interesses auf virtuelle Objekte oder Worte sowie auf mit ihnen verknüpfte Inhalte zugegriffen werden.

Künftig soll die ‘Interaktive Wolke’ auch mit Hilfe der RFID-Technologie eine gewisse “Intelligenz” entwickeln und ihre Inhalte abhängig von den Bedürfnissen und Interessen des Nutzers anbieten können. Dafür wird jede vorangehende Interaktion registriert und zur Erstellung eines persönlichen Profils genutzt, das die individuelle Auswahl an Inhalten bestimmt. Des Weiteren sollen mehrere Nutzer gleichzeitig mit den “Objekten” einer Wolke interagieren können.

Die ‘Interaktive Wolke’ kann auf jeder Oberfläche im Raum erscheinen. Sie bewegt sich beispielsweise zum Fussboden, zu einer Vitrine oder zu einer Wand, sobald sich ein Besucher einem nahe gelegenen Exponat nähert. Eine Ansammlung von Worten, Nummern, Bildern oder dreidimensionalen Objekten erscheinen virtuell neben dem ausgestellten Original. Sie funktionieren als “Teaser” und können nach vordefinierten Kategorien arrangiert werden: z. B. Alter, Grösse, Material, Technik, Farbe, Form. Im unten gezeigten Beispiel handelt es sich um Gegenstände und Ölgemälde aus dem 19. Jahrhundert, die sich schwarmartig auf dem Tisch bewegen, bis ein Bild ausgewählt wird. Der Besucher muss einfach seine Hand über dem Tisch halten und den weissen Ring zum gewünschten Bild ziehen, um zu einer tieferen Ebene der Wolke zu navigieren. Besser gesagt, er entfaltet sie und erhält so im simpelsten Fall erklärende oder kontextualisierende Texte und Referenzabbildungen zum angewählten Objekt. Möglich ist auch, beispielsweise die Funktionen, Zusammensetzung und Klänge des realen Exponats durch die Interaktion mit einer entsprechenden virtuellen Darstellung selbst zu erkunden.

Entmaterialisierte Medien (im Sinne medialer Angebote, deren Hardware nicht mit den Exponaten und der Ausstellungsarchitektur konkurrieren) mit den oben beschriebenen Interaktionsmöglichkeiten ermöglichen eine vielschichtige Ausstellung, in der virtuelle “Exponate” die Präsentation ergänzen und die Besucher überraschen. Nicht länger existente Gegenstände, empfindliche Exponate oder einfach grosse Bestände an Objekten können sichtbar und begreifbar gemacht werden. Institutionen mit grossen Sammlungen erhalten neue und attraktive Präsentationsmöglichkeiten, in denen die spielerisch-assoziative Wissensvermittlung mit einem visuell-atmosphärischen Erlebnis verbunden wird.

Nominiert für den Design Preis Schweiz 2009

Projektbeschreibung zum Herunterladen

Interaktive Wolke
Forschung und Entwicklung eines flexiblen Tools für Museen mit grossen Sammlungen

Auftraggeber
Schweizerisches Landesmuseum Zürich für die erste Entwicklungsphase

Leistungen iart
Konzeption, Forschung und Entwicklung, Planung, Realisierung

Medien und Inhalte
XG4 Projektor
IR-Kamera
4 Punkt IR-Beleuchtung
DMX Mirror Head
Bilder und Texte vom Schweizerischen Landesmuseum

Projektdauer
1 Jahr

Ausstellungsfläche
Flexibel einsetzbar: Projektion auf Wand, Fussboden, Vitrine, Tisch etc.

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