i-factory — Dauerausstellung im Verkehrshaus der Schweiz

In der Halle ‘Schifffahrt, Seilbahn und Tourismus’ des Verkehrshauses der Schweiz in Luzern befindet sich die neue Dauerausstellung ‘i-factory — Informatik begreifen’. Auf 375 Quadratmetern werden verschiedene Aspekte der Informatik anschaulich und spielerisch vermittelt: ihre Grundlagen, Bausteine und Regeln, ihre Möglichkeiten und Grenzen, mit überraschenden Anknüpfungen an alltägliche Anwendungen. iart interactive hat die medialen Vermittlungsangebote der Ausstellung in Zusammenarbeit mit SchmauderRohr geplant und realisiert.

Vier neuartige Multiuser-Multitouch-Medientische mit eigens entwickeltem Interfacedesign und Spielen zu den wichtigsten Prinzipien der Informatik, eine Film-Wand aus 48 Bildschirmen, ein Informatik-Quiz, die Spielfigur mit Entsprechung im virtuellen ‘i-friend’ und einen so genannten ‘Data Check’ zur Auswertung des Besuchs und zum Vergleich mit den Aktivitäten anderer Besucher — ermöglicht durch die komplette Vernetzung aller Medien. Alle Inhalte der Ausstellung sind spielerisch angelegt. Spezifische Informationen werden nur mit Stichworten benannt und für die Nachbereitung zuhause angeboten.

Spielfigur wird ‘i-friend’

Ausgestattet mit je einer persönlichen Spielfigur, erhalten die Besucher Zugang zu sämtlichen interaktiven Stationen der Ausstellung sowie einen virtuellen ‘i-friend’, der sie durch die Ausstellung leitet und über das Internet bis nachhause begleitet: Er begrüsst sie, erklärt ihnen die Spielregeln, stellt Fragen und ermöglicht die Kontaktaufnahme mit anderen ‘i-friends’. Auf den eigenen ‘i-friend’ stossen die Besucher, sobald sie ihre Spielfigur auf eine der interaktiven Stationen stellen. Kurz darauf erscheint ein virtueller Beutel, der mit thematischen ‘Drops’ gefüllt werden kann, sobald sie angeboten werden.

Die ‘Drops’ werden durch einfache Symbole unterschieden und enthalten vertiefende Informationen zu verschiedenen Themenbereichen. Wird ein ‘Drop’ berührt, erscheinen sein Titel und das Angebot, ihn in den Beutel zu schieben. Erst zuhause kann er für die Nachbereitung geöffnet werden. So erhält der Besucher die Möglichkeit zur Vertiefung, ohne in der Ausstellung mit Informationen überladen zu werden.

Die Standfläche jeder Spielfigur ist mit einem individuellen Bild (einem sogenannten ‘Fiducial Marker’) ausgestattet, das der Identifikation der persönlichen Spielfigur dient und das Sammeln von personalisierten Daten ermöglicht: Beispielsweise können Aufenthaltszeiten, Spielergebnisse und Klick-Frequenzen registriert und zur Auswertung eines anonymen Besucherprofils verwendet werden.

Am ‘Data Check’ der Ausstellung können die persönlichen Daten eingesehen und mit den anonymen Daten anderer verglichen werden. Sofern sie vom Besucher gespeichert wurden, lassen sich dieselben Daten auch nach dem Ausstellungsbesuch auf dem Internetportal der i-factory abrufen. An derselben Station können sich die Besucher zusammen mit ihrem ‘i-friend’ fotografieren lassen und das Foto abspeichern.

70 Zoll Multiuser-Medientische — in dieser Grösse erstmals mit Multitouch-Funktion (Finger Tracking und Fiducial Tracking)

Die vier Themeninseln zu den wichtigsten Prinzipien der Informatik (’sort and search’, ‘plan and control’, ‘programme and code’, ‘try and retry’) enthalten neben diversen analogen Spielen je einen 70 Zoll grossen, hochauflösenden Medientisch.

Schon für das Besucherzentrum des CERN in Genf hat iart interactive einen Medientisch entwickelt, an dem mehrere Besucher gleichzeitig miteinander und mit den Inhalten interagieren können. Das Neue an den Medientischen der i-factory ist die Kombination von Funktionen, die es bisher nie in einem Medientisch dieses Formats vereint gab: Einerseits können mehrere Besucher gleichzeitig daran spielen (multiuser). Gleichzeitig kann die Interaktion an jeder Stelle des Tischs sowohl über Fingerberührung (Finger Tracking) als auch über die Spielfigur (Fiducial Tracking) erfolgen. Dies wurde mit einem von iart interactive eigens entwickelten Kamerasystem ermöglicht. Zudem hat iart interactive in Zusammenarbeit mit tegoro solutions ein Framework entwickelt, das die Darstellung mehrerer Spielfelder nebeneinander ermöglicht.

Bei der Entwicklung der neuen Medientische wurde nicht nur die Technik perfektioniert, sondern auch besonderes Gewicht auf eine nutzerfreundliche Umsetzung der Interaktionsideen jedes einzelnen Spiels im Interaktionsdesign gelegt. Das Ergebnis ist, dass die Besucher intuitiv interagieren können, ohne von verzögerten Reaktionen oder Störungen irritiert zu werden.
Eine weitere Besonderheit des neuen Medientischs ist die taktile Oberfläche: Die Interaktionsfläche ist nicht hart, wie bei den meisten Medientischen, sondern gibt bei Berührung etwas nach, sodass die Interaktion auch eine sinnliche Komponente erhält.

Projektbeschreibung zum Herunterladen

‘i-factory — Informatik begreifen’ 2010 im Verkehrshaus der Schweiz, Luzern
Dauerausstellung, Eröffnung: 18. November 2010

Auftraggeber und Kunde
Verkehrshaus der Schweiz
mit den Ausstellungspartnern Hasler Stiftung, Panasonic / John Lay Electronics AG, SchmauderRohr GmbH und Zühlke Engineering AG

Leistungen iart
Konzeption, Planung und Realisierung der Medien

Medien
Vier interaktive 70 Zoll Multiuser-Medientische mit Finger Tracking und Fiducial Tracking
Neues Framework für Besucherdatenverwaltung

Projektpartner
SchmauderRohr GmbH, Ausstellungsdesign und Inhalte
tegoro solutions ag, Programmierung und Installation der Medien
Dekorationsbau FeliX AG, Aufbau der Ausstellung

Projektdauer
1 Jahr

Ausstellungsfläche
375 m2

i-factory Data Check und Medientisch 'try and retry'

i-factory Quiz

i-factory Medientisch

i-factory Medientisch

i-factory Medientisch

Leave a comment