Die Ausstellung des Schweizer Pavillons auf der Expo 2010 Shanghai

Der Schweizer Pavillon auf der Expo 2010 in Shanghai bestand aus einem grün bewachsenen Flachdach auf zwei Zylindern mit einer davor abgehängten transparenten Fassade, die lebendig auf Lichteinwirkung reagierte. Hinter der Fassade befand sich auf der untersten Ebene der urbane Teil des Pavillons mit Restaurant, Aussenbestuhlung und Shop. Am Hauptzylinder führte eine geschwungene Rampe mit virtuellen Ausblicken zum Ausstellungsraum auf der dritten Ebene. Im ersten Teil der Ausstellung begegneten den Besuchern lebensgrosse virtuelle Schweizer, die sich zum Leben in der Schweiz äusserten. An der hinteren gewölbten Stirnwand breitete sich ein Bergpanorama aus, realisiert mit einer 4K-Grossprojektion. Dafür wurden neun Projektionen zu einer 17 x 10 Meter grossen Fläche nahtlos zusammengefügt. Durch die Kombination langsamer Bildwelten mit einer realen Aussichtsplattform wurde eine extreme Realitätsnähe erzielt. iart interactive war für die Konzeption und Planung der Medien des Schweizer Pavillons verantwortlich.

Bergwiese auf urbanen Zylindern:

Der Schweizer Pavillon auf der Expo 2010 in Shanghai war dem Thema ‘Rural and Urban Interaction’ gewidmet. Entsprechend spiegelte dessen Architektur und Ausstattung die symbiotische Beziehung zwischen Stadt und Land in der Schweiz wider.
Die Besucher wurden zunächst über eine drei Meter breite, geschwungene Rampe um den Hauptzylinder des Gebäudes herum nach oben geführt. Hier konnten sie sich einen Überblick über den Pavillon und dessen Umgebung verschaffen. Durch Ferngläser erhielten sie virtuelle Einblicke in die Schweiz.
Die Rampe mündete in der Ausstellung auf der dritten Ebene des Pavillons. Dort führte ein leicht abschüssiger Boden an Schweizer Persönlichkeiten vorbei, die auf Wunsch über die Schweiz erzählten. Der Raum war im Eingangsbereich eingeschossig und öffnete sich im Innern zu einem Atrium mit einer dreigeschossigen Projektion.
Eine gegenläufige Rampe führte von der Ausstellung hinunter zur urbanen Ebene und weiter zum zweiten Zylinder. Dort stiegen die Besucher in die Sesselbahn, wurden begleitet von Klängen zum begrünten Dach des Pavillons befördert, schwebten über die offene Wiesenlandschaft und gelangten nach etwa achtminütiger Fahrt zurück ins urbane Erdgeschoss, wo Schweizer Spezialitäten in Restaurant und Shop für sie bereit standen.

Mensch, Natur und Technik in Symbiose:

Die Ausstellung thematisierte die ausgeglichene Beziehung von Mensch, Natur und Technik in der Schweiz.
Auf der ansteigenden Rampe befanden sich die zehn Ferngläser des Prologs, auf der abschüssigen Rampe 40 weitere Ferngläser mit dreidimensionalen virtuellen Ausblicken auf die wohl ausgestattete und gut funktionierende Schweiz. Sie zeigten die Luft- und Wasserqualität der Schweiz sowie erfolgreiche, innovative und nachhaltige Lösungen, beispielsweise im Städtebau und im öffentlichen Verkehr.
Nach dem Prolog begegneten den Besuchern 12 Schweizer in Lebensgrösse, die jeweils auf zwei übereinander platzierten 42″ Bildschirmen erschienen und frei stehend im Raum verteilt waren. Zunächst standen sie einfach wartend da und bewegten sich nur leicht. Sobald ein Besucher einen der zugeordneten Knöpfe drückte, wurde die Person aktiv und fing an zu sprechen. Je nach Knopfwahl wurde der Originalton von der englischen oder chinesischen Übersetzung überlagert. Durch die Auswahl sehr unterschiedlicher Persönlichkeiten – aus verschiedenen Berufszweigen, Lebensstufen, Altersgruppen – wurde ein möglichst vielseitiger und ausgewogener Querschnitt durch die Schweizer Bevölkerung gezeigt: eine Rentnerin, eine Schülerin, eine gehörlose Studentin, eine erwerbstätige Mutter, ein Musiker, ein Landschaftsgärtner, Professor Hans-Rudolf Schalcher, Renzo Blumental, die Unternehmerin Nelly Wenger, Dr. Bertrand Piccard, Michelle Calmy-Rey und Sergei Aschwanden. Sie erzählten über sich und ihr Leben in der Schweiz; über ihre Projekte, Möglichkeiten, Visionen und Träume, unter Berücksichtigung ihres eigenen Beitrags zu einer nachhaltigen, qualitätvollen und gesunden Zukunft.

Dreigeschossiges Bergpanorama:

Hinter den Schweizern breitete sich der IMAX-Film ‘The Alps’ als 17 x 10 Meter grosses Bergpanorama über drei Stockwerke aus. Neun Projektionsflächen waren nahtlos zu einem Bild zusammengefügt. Eine langsame Kamerafahrt liess die Berge intensiv aus unterschiedlichen Perspektiven erleben: von Fern- zu Nahsicht, vom Flug über die Bergspitzen bis hin zur direkten Konfrontation mit der schroffen Bergwand. K4 High-Definition-Aufnahmen im IMAX-Format kombiniert mit einer realen Aussichtsplattform trugen zu der beeindruckende Realitätsnähe bei.

Schweizer Pavillon

Projektdokumentation zum Herunterladen

Die Ausstellung des Schweizer Pavillons auf der Expo 2010 Shanghai
Temporäre Ausstellung
Dauer: 01. Mai 2010 bis 31. Oktober 2010

Kunde
Präsenz Schweiz

Leistungen iart
Konzeption, Planung und Realisierung der Medien

Medien
4K Grossprojektion, zusammengesetzt aus 9 Projektionen
Virtuelle Schweizer in Lebensgrösse auf Medienstelen aus je zwei 42″ Bildschirmen
Stereo-Fernrohre mit 3D-Bildern
Mehrkanal Audioinstallationen

Projektpartner
Buchner Bründler Architekten, Architektur
element design GmbH, Ausstellungsgestaltung
tegoro solutions ag, Realisierung der Medieninstallationen

Projektdauer
2 Jahre

Expo 2010 Shanghai – Fassade mit LED-Zellen
Schweizer Pavillon Expo 2010 Shanghai

Expo 2010 Shanghai – Fassade mit LED-Zellen
Ferngläser auf den Zugangsrampen

Expo 2010 Shanghai – Fassade mit LED-Zellen
Die Visionen – Medienstelen mit Schweizern in Lebensgrösse

Expo 2010 Shanghai – Fassade mit LED-Zellen
Bergpanorama über drei Stockwerke

Ausschnitt zur Ausstellung des Schweizer Pavillons aus dem Bericht im ARD Morgenmagazin vom 27.4.2010

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