Einkaufszentrum Stücki, Basel — Corporate Lighting, Signaletik, Werbeflächen, Mall-Beleuchtung
Für das Stücki Einkaufszentrum in Basel hat iart eine multimediale Gesamtbespielung entwickelt, die das architektonische und kommunikative Konzept inszenatorisch und narrativ vervollständigt. Dazu gehören die bisher grösste LED-Deckenbeleuchtung einer Shopping Mall, die 15 Meter hohen LED-Displays der Turm-Fassaden, die interaktiven Werbeflächen im Foyer, die digitalen Medienstehlen und die statische Signaletik der Mall. Diese sind allesamt Neuentwicklungen, die eigens für die neue Architektur und deren Raumgestaltung von iart geschaffen wurden, um das Einkaufen zum angenehmen Erlebnis zu avancieren. Obwohl der Bau während der Entwicklungsphase noch im Entstehen war, konnte der Raumbezug der Medien berücksichtigt werden: dank eines von iart angefertigten interaktiven 3D-Modells, in dem verschiedene Situationen virtuell ausprobiert werden können.
15 Meter hohe LED-Felder an den Fassaden
Das Einkaufserlebnis beginnt schon bei der Annäherung an die vier Stücki-Türme. Im oberen Bereich sind sie mit 15 Meter hohen, dem Bau angepassten LED-Feldern ausgestattet, die bewegte Leuchtbotschaften über zwei Seiten der Fassade anzeigen. Je nach Bedürfnissen der Mall und deren Geschäfte ändert sich ihr Inhalt. Sie können Markennamen und Produkte anzeigen, dienen jedoch nicht vornehmlich als Werbeträger: Die bewegten Muster, Laufschriften oder Bilder beziehen sich meist auf allgemeinere Gegebenheiten – wie Feiertage oder Jahreszeiten – und geben dem Bau eine anziehende Lebendigkeit, die weit über das Stücki-Areal hinausstrahlt, in weissem oder farbigem Licht. Eine von iart interactive entwickelte Software sorgt dafür, dass die eingegebenen Inhalte abstrahiert und auf das LED-Raster abgestimmt übertragen werden.
Jeder Turm ist mit rund 13 000 vertikal eingelassenen Lichtpunkten à fünf LEDs bestückt, die sich in einer Rasterung von 17 x 17 cm über zwei Seiten der Türme ziehen. Formal erinnern die Felder an Strichcodes. Denn sie sind nicht komplett mit LEDs ausgefüllt. Sie enthalten vertikale, unterschiedlich breite Unterbrüche, die wie das Bild verdeckende Streifen wahrgenommen werden: Also sind nur Teile des Bildes sichtbar. Dank der kreativen und ergänzenden Fähigkeit des Gehirns bleibt es dennoch lesbar. Das Gehirn sucht automatisch nach dem kompletten Bild im scheinbar vorhandenen Hintergrund und produziert so genannte Scheinkanten, die das Bild vervollständigen.
Interaktive Werbeflächen
Hinterleuchtete Werbeflächen im Eingangsbereich machen näher auf die Angebote der Geschäfte aufmerksam und reagieren auf die Bewegungen der Besucher mit wechselnder Leuchtkraft. Die Bewegungen werden mit Kameras aufgenommen und mithilfe einer Software in ein dezentes Lichtspiel übersetzt, das die Wand belebt und so verstärkt die Aufmerksamkeit auf die Werbebotschaften lenkt.
Deckenbeleuchtung zur Rhythmisierung und Harmonisierung
Im Innenraum der Mall sorgt die Deckenbeleuchtung für funktions- und raumbezogene Gliederung und Fokussierung. Die ganze Decke verteilt sich über 10 000 m2. Sie ist mit einer zylinderförmigen Rasterung aus Aluminium versehen. In bestimmten Bereichen sind mehrere Zylinder mit Leuchtmitteln bestückt, sodass sich entweder Ringe oder kreisförmige Felder bilden, die als Leuchtkörper dienen. Die Zylinderinnenseiten sorgen für optimale Reflektion des integrierten Lichts.
Insgesamt kamen 757 Downlights und 21 297 LEDs dafür zum Einsatz, die je nach Mischverhältnis eine andere Lichtsituation erzeugen. In den lang gestreckten und stark frequentierten Verbindungspassagen des Shopbereichs strahlt die Decke durch den grösseren Anteil an LEDs eine Tageslichtsituation aus. Durch die Mischung von dem kalten Tageslichtweiss der LEDs und dem wärmeren Neutralweiss der Downlights ergibt sich ausserdem je nach Blickwinkel eine andere Farbtemperatur bzw. Lichtwirkung: Beim Blick nach oben wirken die mit je einer LED bestückten Zylinder-Elemente wie vom Sonnenlicht angestrahlt. Somit korrespondieren die Leuchtfelder nicht nur formal mit den runden Oberlichtern, die an zentralen Punkten Tageslicht in die Mall lassen, sondern auch der Lichtwirkung nach. Davon heben sich die Geschäfte mit ihrem deutlich wärmer gehaltenen Licht ab. Über den Bistrobereichen ist im Unterschied zur Shopzone auch das Deckenlicht wärmer gehalten und lädt somit zum Verweilen ein.
Flexible Signaletik
In jedem Teil der Mall erhalten die Besucher Orientierungshilfe und Informationen über statische und digitale Signaletik, die zum Teil durch Farbakzente unterstützt werden: in der Tiefgarage, in den Erschliessungsbereichen und entlang der gesamten Wege. Dazu gehören die Wandbeschriftung der Tiefgarage, die über Kopfhöhe angebrachten Ringe mit Piktogrammen und die digitalen Medienstelen zu Informations- und Werbezwecken.
Die Werbestelen sind beidseitig mit übereinander platzierten hochauflösenden 42″ LCD-Bildschirmen bestückt und mit einer angepassten Software ausgestattet, die zusammen eine hohe inhaltliche Flexibilität erlauben. Sie können direkt angesteuert, zentral administriert und in mehreren Ebenen multimedial über beide Bildschirme bespielt werden: wahlweise mit Text, Bild oder Video, die in real time übertragen werden. Bei Bedarf könnten sie auch zur Rhythmisierung des Raums und zu Show-Zwecken genutzt werden, beispielsweise indem sie eine Farbe annehmen, die sich in Reaktion auf äussere Einflüsse dynamisch verändert.
Die ganze Vielfalt an Anwendungen gibt dem Stücki die Möglichkeit, kurzfristig auf neue Bedürfnisse und Ideen zu reagieren. Das ist besonders wichtig bei öffentlich zugängliche Räume, die permanent betrieben werden und eine langfristig angelegte gestalterische und technische Qualität fordern. Die technischen Komponenten müssen solide sein und im weiteren Betrieb inhaltliche Anpassungen zulassen. Daher geht iart im Evaluierungsprozess immer sehr gründlich vor. Entspricht die auf dem Markt erhältliche Soft- oder Hardware noch nicht exakt unseren Ansprüchen, dann passen wir sie so an, dass sie den Nutzern die nötige Flexibilität bieten und die Möglichkeit, immer aktuell zu bleiben.
Interaktives 3D-Modell
Die Medienstelen sind so entlang der Besucherpfade platziert, dass den Besuchern immer ein Informationsangebot in Sichtweite zur Verfügung steht. Die optimale räumliche Platzierung wurde in einem von iart interactive angefertigten interaktiven virtuellen 3D-Modell der Mall getestet. Diese Vorgehensweise erwies sich als ideal für den Entwicklungsprozess: Der Raumbezug der Medien konnte berücksichtigt werden, obwohl der Bau noch im Entstehen war. Gestalterische Ideen und Verortungsplanung konnten in der virtuellen Mall geprüft und zielorientiert mit den Auftraggebern und Partnern diskutiert werden.
Projektbeschreibung zum Herunterladen
Ein Rundgang in Bildern der Basler Zeitung vom 24.09.09
Berichte zu unserer Arbeit am Stücki:
Licht und Medien mit Signalwirkung in: Licht, Nr. 4.2010, S. 200-204
Operation gelungen in: Archithese, Nr. 1.2010, S. 70-75
Neue Lichter am Shopping-Himmel auf Designline Licht, vom 15.01.10
Lichtspiel in: Hochparterre, Nr. 1-2 2010, S. 12
Licht und Medien mit Signalwirkung in: Kreativ – Profi-Wissen für Signmaking, Publishing & Digital Content Creation, Heft 5 2009, S. 22-23
Ein Stadtteil in: Architektur und Technik, Heft 12 2009, S. 12-16
Multimediale Lockrufe in: Werk, bauen, wohnen, Heft 11 2009, S. 78
Stücki, Basel in: Highway , S. 13
‘Lichtspiel am Stücki’ auf BauNetz.de vom 02.10.09
‘Licht überall’ auf Architektur & Technik vom 24.09.09
Erste Berichte zum Stücki:
NZZ.ch vom 10.08.2009
a-z.ch vom 23.09.09
20 Minuten vom 23.09.09
Südkurier vom 24.09.09
Einkaufszentrum Stücki, Basel
Corporate Lighting, Signaletik und Werbeflächen, Beleuchtung MallKunde
Jelmoli Real Estate Development AGAuftraggeber
HRS Hauser Rutishauser Suter AGArchitekten
Diener & Diener Architekten, BaselLeistungen iart
Idee, Vorstudien zur medialen Bespielung
Corporate Lighting
Corporate Naming
Signaletik / Besucherführung
Konzeption, Gestaltung, Planung und Realisierung der Medien
Konzeption, Gestaltung und Planung der Mallbeleuchtung
Technische Abklärungen und Testaufbauten vor Ort
Programmierung und InbetriebnahmeBereiche
Signaletik / Besucherführung
Werbeflächen
Corporate Lighting
Corporate Naming
Beleuchtung MallPartner bei Konzeption und Design
Diener & Diener Architekten, Architektur
ZMIK designers GmbH, Produktdesign der Signaletik und Medienstelen
Jörg Kühni, Grafischer Konzeptentwurf TiefgaragePartner bei der Ausführung der Medienstelen und der interaktiven Leuchtkästen
Westiform AG
tegoro solutions agAusführung (unter Begleitung von iart)
Leurocom, Lieferung und Montage der LEDs der Fassade
Regent Beleuchtungskörper AG, Umsetzung der Deckenbeleuchtung
Westiform AG, statische Signaletik und Aussenbeschriftung
tegoro solutions ag, Aufbau der MedienEröffnung
24. September 2009Projektdauer
2 JahreFläche
35 000 m2
Die medial bespielte Fassade des Einkaufszentrums Stücki wurde mit dem iF communication design award 2010 ausgezeichnet.

Blick nach innen und LED-Fassade

Medienstelen in der Mall

Statische Signaletik

Deckenbeleuchtung

Beleuchtungselement der Decke

Interaktive Leuchtkastenbespielung im Foyer

Signaletik der Tiefgarage




Oktober 6th, 2009, 14:26
Dear Mary,
Yes, there are elevators and moving ramps (no stairs) to the upper level.
Best wishes,
Anna
Juni 11th, 2010, 13:33
[...] dass wir (iart interactive) zwei iF design awards 2010 gewonnen haben. Einerseits für die Stücki Fassade und andererseits für die interaktiven 10′000 Zellen des Schweizer Expo Pavillons in [...]
Januar 7th, 2011, 22:00
[...] iart.ch, leuro.com Filed under: Products Posted: January 7, 2011 at 9:00 pm by Wolfgang Leeb Comments [...]